Hormone im Blut oder Speichel testen?
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Die Wahl zwischen Blut- und Speicheltest hängt von der Art der Beschwerden und vom Ziel der Abklärung ab. Beide Methoden haben ihren Platz und können sich je nach Situation auch ergänzen.

Hormontest im Überblick
Hormon-Speicheltest
Vorteil:
Ein Hormon-Speicheltest misst freie, biologisch aktive Hormonanteile bestimmter Steroidhormone.
Die Probe kann einfach zu Hause entnommen werden.
In Erfahrungsmedizin und Naturheilkunde wird der Speicheltest seit vielen Jahren genutzt.
Ideal für:
PMS oder Stimmungsschwankungen vor der Menstruation
Zyklusunregelmässigkeiten oder Zyklusbeschwerden
Post-Pill-Beschwerden nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel
unerfülltem Kinderwunsch
Verdacht auf Progesteronmangel oder Östrogendominanz
leichten bis mittleren Wechseljahresbeschwerden
Erschöpfung, Stressbelastung oder Schlafproblemen, wenn Cortisol mitbeurteilt werden
Anwendung:
Bequem zu Hause, schmerzfrei und je nach Test auch mit mehreren Proben über den Tag möglich.
Bei Frauen mit Zyklus wird in der zweiten Zyklushälfte gemessen – idealerweise etwa 5–7 Tage nach dem Eisprung. Bei einem regelmässigen 28-Tage-Zyklus entspricht das oft dem 21. oder 22. Zyklustag.
Nachteil:
Hormonwerte sind Momentaufnahmen und sollten nie alleinstehend beurteilt werden – also immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Zyklus, Lebensphase und weiteren Befunden.
Speicheltests sind nicht für alle hormonellen Fragestellungen gleich gut medizinisch validiert wie Blutwerte. Sie ersetzen keine medizinische Abklärung.
Welche Hormone bei einer Speichelanalyse bestimmt werden können, erfährst du im Blogbeitrag: Wozu dient eine Hormon-Speichelanalyse?
Hormon-Bluttest (Hormonstatus)
Vorteil:
Medizinisch etabliert, gut standardisiert und besonders geeignet für Basisdiagnostik und Ausschlussdiagnostik.
Blutwerte lassen sich gut mit weiteren Laborwerten kombinieren.
Sinnvoll bei:
stark belastenden zyklischen oder Wechseljahres-Beschwerden
Verdacht auf Schilddrüsenerkrankungen, PCOS oder andere hormonelle Störungen
fundierter Kinderwunsch-Abklärung
ausbleibender Periode in jungen Jahren
Anwendung:
Die Blutentnahme erfolgt in der Regel in einer Praxis oder im Labor.
Nachteil:
Hormonwerte sind Momentaufnahmen und sollten nie alleinstehend beurteilt werden – also immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Zyklus, Lebensphase und weiteren Befunden.
Blutwerte zeigen je nach Parameter häufig Gesamtwerte und nicht nur die freien, aktiven Hormonanteile.
Meine Empfehlung
Bei stark belastenden oder unklaren Beschwerden empfehle ich meist zuerst ein Blutlabor bei der Gynäkologin – inklusive wichtiger Zusatzwerte wie Schilddrüse, Ferritin, Vitamin D, B12, Entzündungswerte, Blutzucker und je nach Situation weiterer Stoffwechselwerte. Ein Speicheltest kann je nach Situation ergänzend sinnvoll sein.
Bei leichten bis mittleren Beschwerden, PMS, zyklischen Themen oder Wechseljahresbeschwerden erachte ich einen Speicheltest als ersten Schritt als sinnvoll – insbesondere, wenn eine naturheilkundliche Behandlung im Zentrum steht.
Auch bei unerfülltem Kinderwunsch kann ein Speicheltest hilfreich sein, vor allem zur Einschätzung der zweiten Zyklushälfte. Eine gynäkologische Basisabklärung bleibt dabei wichtig.
Bei einer schulmedizinischen Hormonersatztherapie ist meist Blut die medizinische Grundlage. Wenn unter einer langjährigen HRT erneut Beschwerden auftreten, kann ein Speicheltest zusätzliche Hinweise auf freie Hormonanteile und individuelle Regulation geben.
Naturheilkundliche Begleitung
In meiner Praxis für integrative Frauen-Naturheilkunde betrachte ich Beschwerden nicht isoliert. Gerade bei Themen wie Verdauung, Stress, hormonelle Veränderungen oder Zyklusbeschwerden
spielen oft mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle.

Wenn du dich tiefer mit deiner Gesundheit beschäftigen möchtest, begleite ich dich gerne auf deinem Weg.



