Detox & Entgiftung – mehr als ein Trend
- Sibylle

- 5. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen
Der Körper verfügt über feine Mechanismen, um sich zu regulieren und zu entlasten. Entgiftung bedeutet in der Naturheilkunde, diese Prozesse zu unterstützen, angepasst an Lebensphase und persönliche Konstitution.

Was bedeutet Entgiftung aus naturheilkundlicher Sicht?
Detox wird oft mit kurzfristigen Kuren verbunden. In der Naturheilkunde bedeutet Entgiftung etwas anderes: die Unterstützung der körpereigenen Entgiftungs- und Ausscheidungsprozesse, die täglich in unserem Körper ablaufen.
Der Fokus liegt nicht auf «Reinigung», sondern auf:
Entlastung statt Überforderung
Regulation statt radikaler Massnahmen
Anpassung an Lebensphase und Konstitution
Entgiftung – warum heute besonders relevant?
Unser Körper ist heute stärker belastet als früher, z. B. durch:
Umweltgifte und hormonaktive Substanzen
Medikamente
Stress
stark verarbeitete Ernährung
Naturheilkundliche Entgiftung ist daher kein kurzfristiger Trend, sondern Teil einer ganzheitlichen Gesundheitsbegleitung.
Wie der Körper entgiftet
Der Körper entgiftet sich selbst – jeden Tag. Die Naturheilkunde unterstützt diese Prozesse, indem sie die Organe aktiviert und unterstützt. Wichtig sind dabei mehrere Organe, die eng zusammenarbeiten:
Leber – baut Hormone, Medikamente und Stoffwechselprodukte ab
Darm – sorgt für die endgültige Ausscheidung
Nieren – filtern wasserlösliche Stoffe über den Urin
Lymphe – transportiert Stoffwechselreste aus dem Gewebe
Haut & Atmung – unterstützen die tägliche Ausleitung
Nervensystem – reguliert alle Prozesse (Stress hemmt Entgiftung)
Entgiftung aus Sicht der TEN
In der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde (TEN) gibt es keine allgemein gültige Entgiftungstherapie. Entscheidend ist die individuelle Konstitution – die Ausgangslage der Humoralmedizin (Wärme- und Feuchtigkeitsprinzip).
Je nach Typ braucht es:
sanfte, aufbauende Entlastung
oder stärker ausleitende Impulse
manchmal Aktivierung, manchmal Beruhigung
Entgiftung wirkt nur dann unterstützend, wenn sie zum Menschen, zur Lebensphase und zur Belastbarkeit passt.
Wann entgiften – und wann nicht?
Präventiv Präventiv eignen sich aus Sicht der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde (TEN) besonders die Übergangszeiten im Frühjahr und im Herbst, um den Körper zweimal pro Jahr mit einer individuell angepassten Entgiftungsphase zu begleiten und natürliche Umstellungsprozesse zu unterstützen.
In hormonellen Übergangsphasen In hormonell herausfordernden Zeiten, zum Beispiel nach dem Absetzen hormoneller Verhütung, bei Kinderwunsch, in der Perimenopause sowie in der Postmenopause kann eine sanfte, konstitutionsgerechte Entgiftung unterstützend wirken.
Bei Erschöpfung nur behutsam
Bei Erschöpfung stehen zunächst Stabilisierung und Aufbau im Vordergrund. Entgiftung erfolgt – wenn überhaupt – behutsam und zum passenden Zeitpunkt.
Nicht entgiften! In Schwangerschaft und Stillzeit ist Entgiftung nicht angezeigt.
Entgiftung ganzheitlich begleiten
Entgiftung ist kein Trend, sondern ein Grundprinzip. Aus naturheilkundlicher Sicht geht es darum, den Körper nicht zu überfordern, sondern seine eigenen Prozesse gezielt zu unterstützen – angepasst an Konstitution, Lebensphase und Belastbarkeit.
Je nach Situation wende ich dabei unterschiedliche Therapieansätze an:
Pflanzenheilkunde
Ableitende Verfahren wie das trockene Schröpfen
Fussreflexzonenmassage
Stress- und Nervensystemregulation
Für eine nachhaltige Entgiftung spielt auch der Darm eine zentrale Rolle. Nur wenn der Darm gut arbeitet, können umgewandelte Stoffe und Toxine den Körper auch wirklich verlassen und werden nicht erneut aufgenommen.
Regulation der Verdauung
Unterstützung der Darmschleimhaut
gezielte Entlastung bei Dysbiosen (Ungleichgewichte der Darmflora)
Aufbau und Stabilisierung des Mikrobioms
Naturheilkundliche Entgiftung bedeutet für mich deshalb immer: den ganzen Menschen zu betrachten – und die Therapie so zu wählen, dass sie stärkt, reguliert und langfristig trägt.

