«Das hat ChatGPT mir empfohlen» – wie ich mit KI in meiner Naturheilpraxis umgehe
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«Ich habe ChatGPT gefragt …» höre ich inzwischen immer häufiger in meiner Praxis. Und grundsätzlich finde ich das gut. KI kann helfen, Gesundheitsinformationen verständlicher zu machen und Fragen zu sortieren.
Wichtig ist nur, zu unterscheiden: Was kann KI gut – und wann braucht es einen Menschen?
Wann KI sinnvoll sein kann
KI kann dir helfen,
medizinische Begriffe oder Laborwerte einfacher zu verstehen
deine Symptome oder Beobachtungen zu strukturieren
Fragen für einen Termin zu sammeln
einen ersten Überblick über mögliche Zusammenhänge oder Behandlungsansätze zu bekommen
Informationen aus verschiedenen Quellen besser einzuordnen
Gerade bei Themen wie Zyklus, Wechseljahre, Kinderwunsch, Darmbeschwerden oder Erschöpfung kann das eine gute Vorbereitung auf ein Gespräch sein.
Wann du eine Fachperson konsultieren solltest
Sobald es um deine individuelle Situation geht, reicht eine allgemeine KI-Antwort oft nicht mehr aus oder das zu individualiseren wird sehr zeitaufwändig und scheint oft als endloser Prozess. Das gilt besonders, wenn:
Beschwerden neu, stark oder anhaltend sind
Medikamente, Hormone, Heilpflanzen oder Nahrungsergänzungsmittel im Spiel sind
bereits Diagnosen oder Laborbefunde vorliegen
verschiedene Beschwerden gleichzeitig auftreten
du unsicher bist, ob eine ärztliche Abklärung notwendig ist
du aus vielen Empfehlungen nicht mehr erkennst, was für dich wirklich sinnvoll ist
Eine KI kann Informationen liefern. Sie kann aber nicht zuverlässig beurteilen, welche Empfehlung zu deinem Körper, deiner Vorgeschichte und deiner aktuellen Situation passt.
Wie ich KI in meiner Praxis nutze
Auch ich nutze KI als Arbeitsinstrument – zum Beispiel, um Informationen zu strukturieren, Fachthemen zusammenzufassen, Fragen vorzubereiten oder Inhalte für Patientinnen verständlicher aufzubereiten. Selbstverständlich immer im Rahmen des Datenschutzes und ohne sensible Patientinnendaten in KI-Tools einzugeben.
Therapeutische Entscheidungen treffe ich jedoch immer selbst.
Entscheidend bleiben für mich:
deine persönliche Geschichte
deine Beschwerden und Befunde
meine fachliche Einschätzung
vorhandene medizinische Abklärungen
und die Frage, was für dich tatsächlich sinnvoll und sicher ist
Wenn du vor einem Termin etwas mit ChatGPT recherchiert hast, bring es gerne mit. Wir können gemeinsam anschauen, was davon hilfreich ist, was eingeordnet werden muss und was vielleicht gar nicht zu deiner Situation passt.
Mein Fazit
KI ist für mich eine gute Ergänzung, aber kein Ersatz für eine individuelle Begleitung.
Sie kann helfen, bessere Fragen zu stellen. Die eigentliche Einordnung beginnt dort, wo allgemeine Informationen auf einen konkreten Menschen treffen.



